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Copyright: Wolfgang Behrning
2013 Middelburg- Holland

15. Juni
Seit heute morgen bin ich wieder unterwegs. Über Venlo geht's Richtung Westen bis nach Ostkapelle. Die Wege bis Venlo sind nicht so einfach zu finden, da hilft nur häufiges Nachschauen im Navi. Dafürkomme ich durch eine Stadt, in die ich schon immer wollte: Kempen. Sie hat einen sehr schönen Stadtkern mit vielen alten Klinkerfassaden. Hier seht Ihr das Schloss (mit meinem Bike davor):


Hinter der Grenze - irgendwo im Wald südlich der Stadt - treffe ich dann auf den richtigen Fahrradweg, perfekt ausgeschildert!


Gar nicht viel weiter finde ich meinen kleinen Zeltplatz: Zelten, kochen und viel Ruhe sind die Hauptbeschäftigungen - natürlich nach dem biken! Heutiges Rezept: Spaghetti mit Tomatensauce. Nicht ganz leicht, wenn man nur einen kleinen Gaskocher, einen Topf und eine Pfanne hat. Da ich gerne heiß esse, kommen die Nudeln schon nach 5 min. vom Kocher, denn dann ist die Sauce - aufgepeppt mit frischer Zwiebel und scharfem Gewürz - dran. Da ein Teller voll nicht genug ist, kommt ein Teil der Sauce mit in den Topf, so habe ich zwei (fast) heiße Teller Nudeln! Lecker. Abends gibt es dann ein leckeres Bier aus der Gegend und ich sehe dem Campingwirt dabei zu, wie er die Kinder auf diesem Familienzeltplatz beschäftigt.


16. Juni
Nach einem guten Frühstück geht's dann weiter Richtung Tilburg. Leider sind in meiner ansonsten sehr guten holländischen Fahrradkarte keine Zeltplätze eingezeichnet, was wohl am holländischen System liegt. Es gibt nur wenige große organisierte Plätze, dafür jedoch jede Menge sogenannte Minicampings. Diese finden sich aber nur, wenn man direkt daran vorbei fährt, ab und zu auch auf Stadtplänen am Ortseingang. Hinter Tilburg habe ich daher gefragt und bin so zum Safaripark Beekse Bergen gekommen. Dort steht nicht mal am Eingang


, dass sich dort auch ein Campingplatz befindet - der ist dann aber besonders ruhig und schön mit See und allem Drum und Dran.


17. Juni
Heute streife ich mehrfach die Grenze nach Belgien, manchmal geht es hier hin und her - da tut sich die Radfahrwegbezeichnung schon etwas schwer - aber es geht insgesamt gut voran. An immer mehr Windrädern merke ich, dass ich der Schelde immer näher komme. Im Übrigen bin ich auf meiner Tour recht alleine: anfangs kamen mir noch einige Fahrradfahrer entgegen, von denen zwei die gleiche Tour fuhren wie ich - bloß in die Gegenrichtung. Vielleicht denken sie ja alle, dass der Weg nach Osten wegen Westwind einfacher ist, weit gefehlt, ich hatte noch nie soviel Gegenwind wie gestern und heute. Da liegt dann die Radelgeschwindigkeit nicht bei 22 km/h, sondern nur bei 16 km/h und ich freue mich über jeden Zickzackkurs. In meine Richtung fährt jedoch außer mir keiner oder alle sind gleich schnell, dann sieht man sich natürlich auch nicht!

18. Juni

Heute geht es eine längere Strecke an der Westerschelde entlang – teilweise auch „verbotener“ Weise auf dem Deich, wobei mir der Weg auf dem letzten Zeltplatz empfohlen wurde.

Ich werde immer wieder gefragt, ob das Alleinfahren nicht zu einsam ist. Nein, eigentlich bin ich immer gut beschäftigt: Wo bin ich gerade? welcher Weg ist der Richtige? wo ist der nächste Ort? Was esse ich heute? Brauche ich noch etwas zu trinken? Ziehe ich jetzt die Regenjacke an oder werde ich halt nass? usw. usw. Irgendwie ist man gedanklich immer beschäftigt. Natürlich ist es auch schön, unterwegs mal kurz mit anderen Radfahrern zu quatschen; da gibt es häufig Gelegenheit dazu. Freundschaften kommen allerdings so nicht zustande, dafür ist die Zeit jeweils zu kurz. Schließlich will ich ja weiter. Apropo weiter: Ich fahre dieses Jahr nicht so viele Kilometer pro Tag wie 2012 nach Flensburg. Nach ca. 80 km überlege ich schon, wieweit es heute geht und nach 100 km ist dann oft Schluss. Ich spare mir daher auch die im letzten Jahr noch üblichen Kilometerangaben; geht einfach mal von ca. 100 km täglich aus, vielleicht etwas mehr.

Heute schaffe ich es bis Ostkapelle, also mein westlichstes Ziel; bis dahin sind es dann 435 km. Ein Freund hat mir dort einen Zeltplatz empfohlen, den ich auch ansteuere. Sehr gepflegt, Sanitäranlage Topp! Und mit persönlichem Service und viel Unterhaltung, da die Mutter meines Freundes dort über die Sommermonate wohnt.

 

19. Juni
Heute ist Ruhetag, d. h., ich mache eine kleine Rundtour über Domburg und Vroewenpolder, verbringe dort einige Zeit am riesigen Sandstrand


mit kleinem Ausflug ins Wasser … brrrrrr… und wieder zurück zum Zeltplatz. Leider ist das Wetter nicht optimal, so dass ich, als ich ins Meer baden gehe, nicht nur durchs Meerwasser nass werde. Zum Glück habe ich die wasserdichte Satteltasche dabei, so dass – außer mir – nichts nass wird. Auf dem Radweg zurück trocknen dann meine Fahrradsachen auch noch und abends ist alles wieder im Lack. Domburg ist ein sehr schönes kleines Städtchen mit einer klitzekleinen Fußgängerzone, wo ich meinem Neffen, den wir nächste Woche besuchen, eine Bermudashorts zum Geburtstag kaufe.

 

20. Juni
Nach 1 ½ Tagen Campingplatz fällt der Abschied von der „Oma“ schon nicht mehr ganz leicht, trotzdem bin ich froh, wieder on Tour zu sein. Jetzt geht’s Richtung Vlissingen und von dort mit der Fähre weiter Richtung Antwerpen. Auf dem Weg dahin verlassen mich dann die an sich sehr gut beschilderten Fahrradwege. Zum Einen ist die Beschilderung irreführend, zum Anderen gibt es keine vernünftige Beschilderung mehr nach endgültiger Überquerung der Grenze zu Belgien. Überhaupt: der Unterschied zwischen den Niederlanden und Belgien ist krass, es kommt mir vor so etwa wie der Unterschied zwischen Deutschland und Tschechien (ich fahre zum Skilaufen manchmal mit der Familie ins Riesengebirge). Es fehlen Beschilderungen, Fahrradwege, Zeltplätze usw. Fast schon logischerweise finde ich auch für die letzte Übernachtung meiner Tour keinen Zeltplatz. Ca. 20 km vor Antwerpen weist mich dann ein Einheimischer auf einen großen Wiesenspielplatz, auf dem ich mein Zelt aufstellen kann.


Auf selbst kochen habe ich heute eine Lust, so dass ich in eine Pizzeria gehe. Und just vor der Tür auf der Straße wird gerade eine Start/Zielbereich aufgebaut für ein regionales Fahrradrennen. Dabei habe ich dann einen Logenplatz. Es ist schon faszinierend, wenn die Radfahrer auf ihren schnellen Maschinen in großen Gruppen die Straße entlang rauschen, aufgrund des Rundkurses insgesamt 10 Mal. Abends liege ich dann bei toller Abensonne vorm Zelt, freue mich schon auf eine morgendliche Afrikadusche und habe mir hierfür extra im Supermarkt zwei große Flaschen Wasser gekauft, als es nachts heftig anfängt zu regnen und auch nicht mehr aufhört. Ich packe dann morgens schleunigst meine Siebensachen und mein klitschnasses Zelt ein und fahre ohne Dusche und Frühstück weiter.

 

21. Juni
Antwerpen liegt vor mir. Nach einem ausgiebigen Frühstück in einem Café stehe ich jetzt vor der Schelde, die durch Antwerpen fließt und komme nicht ‚rüber. Irgendwann stelle ich fest: es gibt hier keine Brücken, sondern nur Tunnel. Den Fahrradtunnel finde ich dann auch noch und bin pünktlich um 11:00 h am Bahnhof angekommen. Jetzt noch den Zug buchen und ab nach Hause.


Nach sieben Tagen bin ich am frühen Abend glücklich und zufrieden, 595 Radkilometer hinter mir gelassen, zurück. Insgesamt war es auch aufgrund der hervorragenden Fahrrad – Infrastruktur in den Niederlanden eine entspannte Urlaubswoche.
MESZ  
   
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Überarbeitet am  
  31.05.2015  
News  
  Der Text zu meiner letzten Reise von Düsseldorf nach Berlin ist jetzt inkl. Bilder überarbeitet. Viel Spaß beim Lesen und Schauen!  
Buchrezension  
  Momentan lese ich kreuz und quer.