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Copyright: Wolfgang Behrning
2011 - Monte Faierone

2011 - Monte Faierone



Wanderroute 1313163 - powered by Wandermap 

Wo ist denn der Berg, werdet Ihr Euch fragen. Na ja, ich war mit der Familie am Lago Maggiore in Urlaub und das ist sozusagen der Hausberg von Cannobio, 1715 Meter hoch und der Mittelpunkt von drei möglichen Gratwanderungen.

Witzigerweise liegt der Wanderweg direkt am Tor unserer Herberge in der Nähe von Cannobio. Ich konnte somit statt nach rechts 'runter zum Lago an dem Tag nach links abbiegen 'rauf auf den Berg. Unsere Herberge lag auf ca. 220 Hm, an dem Morgen hat's derbe geschüttet, so dass ich erst um 10 statt um 8 Uhr losgehen konnte.

Die Beschilderung ist in Ordnung, wenn auch nicht durchgängig so gut wie in Österreich, der Weg führt erst mal viele Steinstufen hinauf, dann, nach ca. 150 Hm, aus dem Ort 'raus - die Orte am Lago liegen alle an den mehr oder minder steilen Berghängen, ein faszinierender Anblick, besonders bei Abendbeleuchtung - und in einen Laubwald hinein. Der weitere Weg zweigt kurz vor der Kapelle St. Bartolomeo nach rechts ab und weiter geht's ziemlich steil die Stufen 'rauf.

Übrigens bin ich natürlich alleine los und treffe auf der ganzen Wanderung bis ca. 16 Uhr keinen anderen Menschen - das ist mir in Österreich auch noch nicht passiert. Der Weg wird immer schmaler und schwieriger zu erkennen. Nach einiger Zeit beginnen Farne den Weg zuzuwachsen, so dass er kaum noch zu erkennen ist. Ich spähe oft nach den üblichen rotweißen Farbstrichen auf dem Boden, an Bäumen oder an Felsstücken. Irgendwann habe ich dann den Berggrat zum Gipfel erreicht. Ein erstaunlicher Anblick bietet sich mir: auf der Seite, auf der ich hochgegangen bin, unübersehbar viele Farne, Sträucher, Brennnesseln, wilde Blumen, dazwischen Felsen, auf der anderen Seite, die ich jetzt hinunterschauen kann, ein großer Kiefernwald mit dichtem Gestrüpp.

Genau an dem Punkt verfranse ich mich, irgendwie finde ich den Weg nicht mehr und gerate in den Wald, suche nach links oben und rechts unten, gehe zurück, gehe vor. Gar nicht so einfach, also erst mal nachdenken. Also, ich will ja nach oben, was spricht also dagegen, irgendwie weiter nach oben zu gehen? So geht's dann quer durchs Gestrüpp wieder bis zum Grat hinauf und da ist er ja wieder, mein Weg. Puh, das war schon schwierig, ein Kratzer am Knie wird sich wohl noch ein paar Tage halten.

Jetzt weiter auf dem Grat entlang, na ja, keine Angst, der Weg ist schmal, aber nicht gefährlich. Ach ja, eben habe ich erzählt, ich wäre den ganzen Weg alleine gewesen. Tja, menschliche Wesen habe ich keine gesehen, aber so kleine Sechsbeiner, die waren meine ständigen Begleiter. Und zwar seeehr hartnäckige Fliegen, Grashüpfer, Spinnen, Bremsen und Mücken. Einige hundert Höhenmeter habe ich wohl dauernd mit meinen Armen wild herumgerudert, bis ich endlich kurz unterhalb des Gipfels war. Dort hielten sich dann nur noch einige wenige Fliegen, die mich dann am Gipfel, nach etwas anspruchsvollerer Kletterei mit viel Festhalten und auch einigen Ketten als Kletterhilfen, endlich in Ruhe ließen.

Nach über 1.500 Hm und 3 h 15 min. konnte ich dann ausruhen, mein Bütterchen genießen und den Ausblick auf die umliegenden ... Grasbüschel und Felsen, denn es war neblig dort oben -s. Fotos -. Nur selten schaffte es die Sonne, etwas von dem Nebel wegzuwischen. Dann ließen sich neben der Aussicht auf die umliegenden Berge und Bergdörfer sogar kleine Blicke auf den Lago erhaschen und auf eine Schafherde, die hier oben genüsslich am grünen Gras und am bunten Heidekraut knabberte. Ich habe mich erstmal komplett aus- und umgezogen, denn ich war bis auf die Haut nass. Auch die Schuhe waren nass, denn die Farne und niedrigen Büsche hatten sich durch den morgendlichen Regen voll gesogen. Aber ich bin ja immer gut gerüstet, so dass ich nach einer halben Stunde gestärkt und weitgehend trocken meine Rundwanderung fortsetzen konnte. Der Abstieg über den südlich anschließenden Berggrat war wesentlich einfacher und geradezu gemütlich. Der Weg wurde jedoch sehr lang, so dass ich mich um ca. 17 h von meiner Frau in St. Agatha habe abholen lassen. Schließlich wollten wir noch grillen!

Insgesamt eine interessante, nicht zu schwierige Bergtour mit interessantem mehrfachem Wechsel der einheimischen Flora. Spannend ist der Weg über den Berggrat, sowohl auf der Cannobio-Seite als auch ins südlich gelegene Cannobinertal hinunter. Leider hatte ich kein Glück mit der Aussicht, so dass ich nur wenige kurze Blicke in die Täler hinunter erhaschen konnte. Negativ in Erinnerung bleiben die lästigen Fliegen und Krabbeltiere, die mir die wenigen kleinen Verschnaufpausen, insbesondere auf dem Weg zum Gipfel, verleideten.

 

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Überarbeitet am  
  31.05.2015  
News  
  Der Text zu meiner letzten Reise von Düsseldorf nach Berlin ist jetzt inkl. Bilder überarbeitet. Viel Spaß beim Lesen und Schauen!  
Buchrezension  
  Momentan lese ich kreuz und quer.